Der Schornstein wird oft unterschätzt - dabei ist er ein wichtiger Bestandteil jeder Feuerstätte! Denn er ist der Motor der Verbrennung und sollte deshalb gut zum Ofen passen.

Das Prinzip

Feuerstätten wie Kaminöfen, Kamine und Kachelöfen haben keine mechanischen Gebläse als Antrieb für die Verbrennung, sondern sind dabei auf den Schornstein angewiesen. Die Abgase der Feuerstätte erzeugen im Schornstein einen Auftrieb, der einen Unterdruck in der Feuerstätte hervorruft und damit die Verbrennungsluft in den Brennraum "saugt". Deshalb sollten Schornstein und Feuerstätte gut aufeinander abgestimmt sein, denn der Schornstein zieht mehr oder weniger durch die Abgase der Feuerstätte - und jede Feuerstätte benötigt mehr oder weniger Zug. Sie beeinflussen sich also gegenseitig.

Kleine Schornsteinkunde

Der sogenannte "Schornsteinzug" hängt im Wesentlichen von der Höhe des Schornsteines ab. Je höher der Schornstein, desto stärker der Zug. Je mehr die Gase jedoch im Schornstein abkühlen, wirken sie dem Zug wieder entgegen. Aus diesem Grund sind moderne Schornsteine gedämmt. Der Schornsteinquerschnitt muss zur Abgasmenge der Feuerstätte passen, denn auch das beeinflusst den Zug und damit die Funktion des Ofens.

Ob alter oder neuer Schornstein, gemauert oder aus Metall, mit Einsatz oder ohne, einwandig oder mehrwandig, 2- oder 3-schalig, mit Dämmung oder ohne - die verschiedenen Bauarten haben alle ihre Vor- und Nachteile. Letzendlich müssen sie nach folgenden Kriterien bewertet werden:

  • Dämmung, also wie schnell verliert der Schornstein seine Wärme nach Außen
  • Masse der Innenschale, also wieviel Wärme entzieht er den Abgasen und wie schnell. Ein dünnwandiger Metallschornstein entzieht den Abgasen wenig Wärme und kommt somit schnell in Gang, kühlt aber auch schnell wieder aus. Ein Schornstein mit viel Masse braucht länger zum Aufheizen, entzieht den Abgase deshalb anfangs viel Wärme, unterstützt die Verbrennung aber besser und länger, sobald er erstmal warm ist.
  • Glätte der Innenwand, d.h. je glatter das Innere des Schornsteins ist, desto weniger Widerstand haben die Abgase beim Durchströmen und desto leichter ist die Reinigung.

Welcher Schornstein für meinen Ofen?

  • Je heißer die Abgase vom Ofen in den Schornstein gehen, desto leichter verzeiht die Funktion des Ofens einen schlecht gedämmten oder zu hohen Schornstein.
  • Je besser der Wirkungsgrad der Feuerstätte, desto kälter sind ihre Abgase und desto wichtiger sind gute Dämmung, wenig Masse und passender Querschnitt.
  • Je größer die Abgasmenge der Feuerstätte (z.B. bei Geräten mit sehr hoher Leistung), desto größer muss der Querschnitt des Schornsteins sein.
  • Neben diesen Zusammenhängen beeinflussen viele weitere Kriterien das gemeinsame Zusammenspiel von Ofen und Schornstein.

Unser Tipp

Bei der Planung eines neuen Ofens prüft der Schornsteinfeger in der Regel die baurechtliche Eignung und den Bauzustand des Schornsteins - nicht ob die Feuerstätte tatsächlich am Schornstein funktionieren wird.

Lassen Sie sich am besten vorab eine Schornsteinberechnung bei Ihrem Fachbetrieb erstellen, damit Sie schon im Vorfeld wissen, ob der Ofen mit dem Schornstein optimal funktionieren wird.





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